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Lieder Lyrik Musik

Rilkes Theologen

Ein drittes Gedicht von Rainer Maria Rilke, zu dem ich irgendwann im Herbst 2009 eine Melodie geschrieben habe: Es tauchten tausend Theologen. Beides wurde am heutigen Tag vor 4 Jahren uraufgeführt – im Rahmen einer sehr kleinen Motette in der Kirche Sankt Bernhardt in Esslingen.

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Lieder Lyrik Musik

Zum Einschlafen zu singen

Heute Nacht hatte es hier an manchen Stellen nochmal Minusgrade – höchste Zeit, ein weiteres meiner Rilke-Lieder anzugehen. Sehr einfach, unbearbeitet und natürlich wieder aus einem Take, ungefähr so, wie ich es manchmal an Jeremias‘ Bett gesungen habe – sogar, als er noch in Joas Bauch war.

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Lieder Lyrik Musik

Rilkes Panther

Am heutigen Tag vor Heiligabend werden es 4 Jahre, dass dieses Lied erstmals aufgenommen und veröffentlicht wurde. Es ist und war das letzte und zugleich bekannteste von drei Rilke-Gedichten, das ich auf einfache Weise vertont habe – wohlgemerkt: ohne dabei irgendeine andere Vertonung zu kennen.

Es war eine dunkle Zeit. Todtraurig sind entsprechend Rilkes Worte. Vorab will ich hier ein Prosastück Rilkes in Auszügen anführen, das wohl auf denselben Beobachtungen beruht wie der Panther. Die Löwin:

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Lyrik

Der Panther (Gedicht)

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke

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Lyrik

Sonett Nr. 19

Nur eines möcht ich nicht: dass du mich fliehst.
Ich will dich hören, selbst wenn du nur klagst.
Denn wenn du taub wärst, braucht ich, was du sagst
Und wenn du stumm wärst, braucht ich, was du siehst

Und wenn du blind wärst, möcht ich dich doch sehn.
Du bist mir beigesellt als meine Wacht:
Der lange Weg ist noch nicht halb verbracht
Bedenk das Dunkel, in dem wir noch stehn!

So gilt kein „Lass mich, denn ich bin verwundet!“
So gilt kein „Irgendwo“ und nur ein „Hier“
Der Dienst wird nicht gestrichen, nur gestundet.

Du weißt es: wer gebraucht wird, ist nicht frei.
Ich aber brauche dich, wie’s immer sei
Ich sage ich und könnt auch sagen wir.

Brecht (1939)

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Familie Hermann Flaig Lyrik

Herbst (Es raschelt unter meinen Füßen)

Heute vor einem Jahr ist Opa Hermann in seinem Haus in Lackendorf unerwartet gestorben, wiederbelebt worden, im Rottweiler Krankenhaus 4 Tage später wieder gestorben und dann nach weiteren 4 Tagen auf dem Friedhof in Lackendorf bestattet worden. Kurz zuvor hatte er, der Naturfreund, oben stehendes Gedicht geschrieben, das ich zum Jahrestag seines Todes veröffentlichen will. Ob abgeschrieben, von wem und ob mit oder ohne Fehler, weiß ich nicht:

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Lyrik

Genesis 12,1-10

Now the Lord said to Abram, „Go from your country and your kindred and your father’s house to the land that I will show you.

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Lyrik

Der Schauende

Es ist wieder einmal Rilke, um die Jahrhundertwende …

Ich sehe den Bäumen die Stürme an,
die aus laugewordenen Tagen
an meine ängstlichen Fenster schlagen,
und höre die Fernen Dinge sagen,
die ich nicht ohne Freund ertragen,
nicht ohne Schwester lieben kann.

Da geht der Sturm, ein Umgestalter,
geht durch den Wald und durch die Zeit,
und alles ist wie ohne Alter:
die Landschaft, wie ein Vers im Psalter,
ist Ernst und Wucht und Ewigkeit.

Wie ist das klein, womit wir ringen,
was mit uns ringt, wie ist das groß;
ließen wir, ähnlicher den Dingen,
uns so vom großen Sturm bezwingen,
– wir würden weit und namenlos.

Was wir besiegen, ist das Kleine,
und der Erfolg selbst macht uns klein.
Das Ewige und Ungemeine
will nicht von uns gebogen sein.
Das ist der Engel, der den Ringern
des Alten Testaments erschien:
wenn seiner Widersacher Sehnen
im Kampfe sich metallen dehnen,
fühlt er sie unter seinen Fingern
wie Saiten tiefer Melodien.

Wen dieser Engel überwand,
welcher so oft auf Kampf verzichtet,
der geht gerecht und aufgerichtet
und groß aus jener harten Hand,
die sich, wie formend, an ihn schmiegte.
Die Siege laden ihn nicht ein.
Sein Wachstum ist: der Tiefbesiegte
von immer Größerem zu sein.

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Allgemein Beffendorf Lyrik

Was soll das Kreuz?

Wie nun auch der Schwarzwälder Bote berichtete, wurde am 20.11.2011 ein Buch von Bernfried Schneider veröffentlicht: Die Feld- und Hofkreuze und die Lourdes-Kapelle in Beffendorf, ihre Stifter, Ahnen und Nachkommen. Dieser Titel erübrigt eine Inhaltsangabe. Jedenfalls durfte ich Lektorat und Korrektorat des Inhalts übernehmen und bekam so einen guten Eindruck von der immensen Arbeit, die sich der Autor gemacht hatte. Der 88 Seiten starke Band ist im Pfarramt Beffendorf erhältlich.

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Lyrik

Stufen

Wie jede Blüte welkt
und jede Jugend dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.