Amazing Grace #2

Schon mein letztes Liederalbum von 2008 hat mit Amazing Grace begonnen – wie eben auch mein eigenes und jedes Christenleben damit beginnt.

In G-Dur beginnt es diesmal kinderstimmengerecht mit einem d‘ als tiefstem Ton und endet mit einem Ausblick in die höheren Sphären der himmlischen Ewigkeit. Genau so habe ich es vor nunmehr 2 Jahren in einem Gottesdienst zum Ende des Kirchenjahres gesungen – vor allem aber davor und danach dutzende Male mit meinem kleinen Sohn Jeremias beim Einschlafen, Spazierengehen und in allen möglichen Kapellen und Kirchen. Vermutlich habe ich kein anderes Lied häufiger gesungen als dieses. „Amazing Grace #2“ weiterlesen

Ärgernis in Raum und Zeit

Eben haben die Glocken der Ulrichskirche und die einer anderen Kirche in Süßen dreimal geschlagen. Es ist 15 Uhr. Zählte man die Stunden seit Sonnenaufgang, wäre es „um die neunte Stunde“ (Mt 27,46) – die Todesstunde Jesu Christi. Ich stehe etwas abseits und schaue mich um. Langsam kommt doch der Frühling, die Sonne erhellt den Hochnebel und ich spüre ihre Wärme, aber auch die noch kalte Luft des vergangenen Winters. Es ist Freitag, der 30. März – damals in Jerusalem war es wohl der 14. Nissan. „Ärgernis in Raum und Zeit“ weiterlesen

Alternative zu Tempolimits

Im Rückspiegel die Geschwindigkeit von herannahenden Autos korrekt einzuschätzen, ist nicht immer einfach: Reicht meine Beschleunigung noch, um auf der linken Spur zu überholen, ohne jemanden zu behindern? Je schneller ein Hintermann auf der linken Spur daherkommt, desto weniger Zeit bleibt, diese Entscheidung zu treffen. Und nicht nur das: Die Messergebnisse unserer menschlichen Sinnesorgane werden immer unpräziser, je schneller sich ein Objekt nähert. „Alternative zu Tempolimits“ weiterlesen

Fahrradschuppen

Meine 14 Tage Sommerurlaub standen dieses Jahr im Zeichen eines kleinen Bauprojekts: Ein Unterstand für unsere Fahrräder, Fahrradanhänger und Gartengeräte, der gelegentlich auch als Laube, Computer-Arbeitsplatz oder Werkstatt verwendet werden kann. Da ich bestimmte Dinge immer wieder gefragt werde, schreibe ich sie hiermit einfach für alle Interessierten auf: „Fahrradschuppen“ weiterlesen

Federwiegen-Motor unter 100 Euro – meine Erfahrungen

Manche fragen sich, was ein Federwiegen-Motor ist. Zum Beispiel meine automatische Rechtschreibprüfung. Andere fragen sich, ob das ständige Auf und Ab solcher Motoren einem Kind schaden kann. Beide Fragen werden von diesem Beitrag nicht beantwortet. Dieser Beitrag hilft vielmehr Eltern, die sich bereits sicher sind, dass ein Federwiegen-Motor weniger schädlich für ihre Familie ist als das Schreien und Wachen ihres Kindes.

Solche Eltern wünschen sich in aller Regel einen Motor für ihre Federwiege, damit sie nicht Stunde um Stunde und Tag für Tag danebensitzen, ihren Arm rhythmisch verrenken und ihre Mahlzeiten einhändig einnehmen müssen. Solche Eltern werden in der Regel auch Webshop für Webshop durchforsten, nur um festzustellen, dass es einen solchen Motor für unter 100 Euro scheinbar nicht zu kaufen gibt. Scheinbar … „Federwiegen-Motor unter 100 Euro – meine Erfahrungen“ weiterlesen

Hilfe zwecklos

Im 3E-Gespräch der aktuellen Ausgabe wird der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm interviewt. Besonders eine seiner Antworten bedarf meines Erachtens einer Klärung, da ihre Argumentation einen Unterschied suggeriert, der bei genauem Hinsehen keiner sein darf:

Viele Flüchtlinge bekunden ein Interesse am christlichen Glauben. Wie stehen Sie zu Glaubenskursen für Flüchtlinge und zum Thema „Mission“ unter Flüchtlingen?

Wenn Flüchtlinge zum Glauben kommen, freue ich mich darüber. Ich sehe dies auch als Konsequenz der Glaubwürdigkeit, mit der sich Christen hier der Not der Flüchtlinge annehmen. Dass Flüchtlinge nach der Quelle dieses Engagements fragen, überrascht mich nicht. Dies ist aber etwas ganz anderes, als wenn man Strategien entwickeln würde, mit denen man die Hilfe für Flüchtlinge bewusst nutzen würde, um zu missionieren. Menschen dürfen nicht zum Mittel für einen Zweck benutzt werden. Jesus war immer am Menschen um des Menschen willen interessiert. Wir müssen daher den Menschen helfen, weil sie Menschen sind und nicht, weil sie potentielle Missionsobjekte wären.

„Hilfe zwecklos“ weiterlesen

Gelegenheit macht Drängler

In der jüngsten ADAC Motorwelt dreht sich der Leitartikel um sogenannte Drängler: Menschen, die mit ihrem Fahrzeug zu dicht auffahren und andere Verkehrsteilnehmer bedrängen. Der Artikel gibt auch Antworten auf die Frage, warum es solche Menschen eigentlich gibt und was die Gründe sind, dass ihre Zahl ständig zunimmt. Neben einigen anderen Aspekten formuliert ein „Experte“ dabei die zentrale Erkenntnis:

Menschen haben unterschiedliche Wunschgeschwindigkeiten.

Das ist sicher nicht falsch. Aber es ist nicht der Grund, weshalb es immer mehr Drängler auf deutschen Autobahnen gibt, wie der ADAC richtig feststellt. Viel ausschlaggebender ist ein anderer Grund. Und der ADAC darf ihn nicht einmal in einem Nebensatz erwähnen: Die Leistung unserer Autos. „Gelegenheit macht Drängler“ weiterlesen

Lutherbibel 2017 – Advent des Unsäglichen

Heute hörte ich zum ersten Mal bewusst eine Lesung aus der Lutherbibel 2017. Es war der Lobgesang des Zacharias im Adventsgottesdienst einer landeskirchlichen Gemeinde. Was man im Vorfeld über die aktuellste Revision der Lutherbibel erfahren konnte, hatte mich bereits verunsichert. Was ich nun jedoch zu hören bekam, machte mich ernsthaft betroffen – obwohl der Text eigentlich ein Juwel des Neuen Testaments ist. Lukas 1, 67–79: „Lutherbibel 2017 – Advent des Unsäglichen“ weiterlesen

Rosa Flaig

Heute jährt sich der Todestag von Hermann Flaig zum fünften Mal. Gestern Morgen um halb elf ist ihm seine Frau Rosa Flaig nach vielem Leiden endlich in die Ewigkeit gefolgt. Alle meine Großeltern sind nun tot, und ein Haus voller Erinnerungen steht leer. Oma Rosa hinterließ jedenfalls einen kleinen Spruch unbekannter Herkunft, der ein wenig Trost enthält und der auf eigenen Wunsch hin auch ihre Todesanzeige ziert: „Rosa Flaig“ weiterlesen