Massive Sicherheit

Zufällig wurde ich Zeuge eines Gesprächs mit einer Flüchtlingsfamilie. Der aus Syrien kommende, eher mittellose Vater sucht ein großes Auto: Er muss für seinen Hausmeisterjob Grünmüll und Gartengeräte im Kofferraum transportieren können, außerdem seine Frau mit bisher 3 Kindern und gelegentlich seine Schwiegereltern. Der Tipp seines wohlständigen deutschen Gegenübers: Da brauchst du einen Bus! Wir haben seit Kurzem einen neuen VW-Bus. Der ist besser als ein Sharan, weil man die Sitze der zweiten Reihe rückwärts stellen kann, was die Fahrten für unsere drei Kinder nochmal ein ganzes Stück sicherer macht! Und der Kofferraum reicht eigentlich auch.

Der Syrer wirkt etwas verunsichert: Die einzigen 7-Sitzer, die er im Internet finde, seien sehr alte Mazda 5 oder Opel Zafira, die hätten aber keinen Kofferraum mehr. Und alle anderen kosteten immer mehr als 3.000 Euro …

Damit war die Kommunikation am Ende. Ratlosigkeit auf beiden Seiten. Ein soziales Gefälle, das auch ein T6 4MOTION nicht überwinden kann. Ein Gefälle, das nicht nur zahlreiche Alltagsprobleme für diejenigen mit sich bringt, die am unteren Ende stehen. Nein, sondern das auch das Überleben dieser sozial, finanziell oder materiell Schwächeren bei einem Verkehrsunfall unwahrscheinlicher macht. Oder unverblümter gesprochen: Das deren Tod wahrscheinlicher macht. Im Interesse dieser Letztgenannten soll der Sachverhalt zumindest einmal kurz am vorliegenden Beispiel erklärt werden:

„Massive Sicherheit“ weiterlesen

Vor die Hunde

Mein zweieinhalbjähriger Sohn Jeremias spielt wie so oft an einem Brunnen gleich neben dem größten Einkaufszentrum der Stadt. Ich sitze ein paar Schritte von ihm entfernt, als plötzlich ein ausgewachsener Rottweiler-Mischling um die Ecke kommt und direkt auf ihn zuhält. Als der Rüde bis auf wenige Zentimeter an ihn herankommt, löst sich Jeremias‘ Schockstarre, er fängt zu heulen an und versucht davonzulaufen – die unvermeidliche Reaktion eines Kleinkindes gegenüber einem fünfmal so großen Raubtier.

Während diese Reaktion andere Kleinkinder schon Augen, Gliedmaßen oder das Leben gekostet hat, kommt zwischenzeitlich auch das Herrchen mit der abgenommenen Leine hinterher. Am Brunnen angekommen versuche ich, den Mann anzusprechen und ihm die Einhaltung der innerörtlichen Leinenpflicht wenigstens in der Nähe von Kleinkindern zu empfehlen. Dieser pult zunächst seine In-Ear-Kopfhörer aus den Ohren und schaut mich verständnislos an – das Schreien meines Sohnes hatte er gar nicht gehört.

„Ich weiß schon, warum ich ihn von der Leine lasse“, meint er daraufhin, „das ist der bravste Hund der Welt.“

„Vor die Hunde“ weiterlesen

Alternative zu Tempolimits

Im Rückspiegel die Geschwindigkeit von herannahenden Autos korrekt einzuschätzen, ist nicht immer einfach: Reicht meine Beschleunigung noch, um auf der linken Spur zu überholen, ohne jemanden zu behindern? Je schneller ein Hintermann auf der linken Spur daherkommt, desto weniger Zeit bleibt, diese Entscheidung zu treffen. Und nicht nur das: Die Messergebnisse unserer menschlichen Sinnesorgane werden immer unpräziser, je schneller sich ein Objekt nähert. „Alternative zu Tempolimits“ weiterlesen

Federwiegen-Motor unter 100 Euro – meine Erfahrungen

Manche fragen sich, was ein Federwiegen-Motor ist. Zum Beispiel meine automatische Rechtschreibprüfung. Andere fragen sich, ob das ständige Auf und Ab solcher Motoren einem Kind schaden kann. Beide Fragen werden von diesem Beitrag nicht beantwortet. Dieser Beitrag hilft vielmehr Eltern, die sich bereits sicher sind, dass ein Federwiegen-Motor weniger schädlich für ihre Familie ist als das Schreien und Wachen ihres Kindes.

Solche Eltern wünschen sich in aller Regel einen Motor für ihre Federwiege, damit sie nicht Stunde um Stunde und Tag für Tag danebensitzen, ihren Arm rhythmisch verrenken und ihre Mahlzeiten einhändig einnehmen müssen. Solche Eltern werden in der Regel auch Webshop für Webshop durchforsten, nur um festzustellen, dass es einen solchen Motor für unter 100 Euro scheinbar nicht zu kaufen gibt. Scheinbar … „Federwiegen-Motor unter 100 Euro – meine Erfahrungen“ weiterlesen

Gelegenheit macht Drängler

In der jüngsten ADAC Motorwelt dreht sich der Leitartikel um sogenannte Drängler: Menschen, die mit ihrem Fahrzeug zu dicht auffahren und andere Verkehrsteilnehmer bedrängen. Der Artikel gibt auch Antworten auf die Frage, warum es solche Menschen eigentlich gibt und was die Gründe sind, dass ihre Zahl ständig zunimmt. Neben einigen anderen Aspekten formuliert ein „Experte“ dabei die zentrale Erkenntnis:

Menschen haben unterschiedliche Wunschgeschwindigkeiten.

Das ist sicher nicht falsch. Aber es ist nicht der Grund, weshalb es immer mehr Drängler auf deutschen Autobahnen gibt, wie der ADAC richtig feststellt. Viel ausschlaggebender ist ein anderer Grund. Und der ADAC darf ihn nicht einmal in einem Nebensatz erwähnen: Die Leistung unserer Autos.  „Gelegenheit macht Drängler“ weiterlesen