Die Eschach

Man kennt die Eschach als Bach zwischen Seedorf und Horgen, aber der Ort ihrer Mündung oder gar ihres Ursprungs ist vielen nicht bekannt. Für die aktuellen Herbstferien hatte ich mir deshalb vorgenommen, diese heimatkundliche Wissenlücke zu schließen und der Eschach von Anfang bis Ende nachzugehen.

Nun ist die Eschach kein beliebiger Bach:

  1. Sie ist mit meiner Familie aufs Engste verbunden: Meine Großeltern mütterlicherseits und viele ihrer Kinder und Enkel leb(t)en an der Eschach, lernten dort Schwimmen oder Angeln, erlebten Hochwasser und Brückenbauten, kannten ihren Einfluss auf Fauna und Flora, bewanderten und schätzten ihre liebliche Umgebung. Wie oft war ich – wenn auch unbewusst – mit Opa Hermann unterwegs zu Orten an der Eschach!
  2. Die Eschach ist zum anderen – nach hydrologischen Gesichtspunkten – der eigentliche Hauptfluss des Neckar: Sie ist länger, größer und hat das größere Einzugsgebiet. Dass der Neckar nicht Eschach heißt, verdankt er lediglich seiner konstanten Flussrichtung bei Bühlingen, während die Eschach an diesem Zusammenfluss einen Knick macht [ME].
  3. Die Eschach bietet eine dritte  Besonderheit: Sie hat gewissermaßen zwei Ursprünge. Die württembergische Eschach entspringt bei Aichhalden [WE], die badische Eschach bei Mönchweiler [BE]. Beide treffen sich im württembergischen Horgen [ZE], wobei die württembergische Eschach bis dorthin länger ist, die badische hingegen größer.

Deshalb, und weil die Herbsttage nicht gerade lang sind, teilte ich meine Wanderung in zwei Hälften:

  1. Am ersten Tag von Aichhalden bis nach Horgen (über Heiligenbronn, Seedorf, Dunningen, Lackendorf, Stetten und Flötzlingen);
  2. am zweiten Tag von Mönchweiler bis nach Bühlingen (über Obereschach, Kappel, Untereschach und Horgen).

Beide Abschnitte sind etwa 32 Kilometer lang, wenn man konsequent den der Eschach am nächsten liegenden Weg nimmt. Das sind dann zu etwa gleichen Anteilen einfache Feld- und Wiesenwege, befestigte Wege und ausgezeichnete Wanderwege.

Während das mitunter beeindruckende Eschachtal zwischen Horgen und Bühlingen unter Wanderern recht bekannt und vollständig erschlossen ist, muss man im Dälle (= Täl-lein = Tälchen), also im Eschachtal zwischen Lackendorf und Horgen, gelegentlich schon genauer nach Wegen suchen, wenn man direkt am Ufer und nicht einfach an der Hauptstraße bleiben will. Erst ab Flötzlingen drängt sich einem der sehr schöne und alternativlose Radweg auf, an dem 2009 sogar noch Moorhühner gesichtet wurden.

Dasselbe gilt für den Abstieg entlang der badischen Eschach: Ab dem Streichelzoo in Kappel ist der Weg entlang des Baches unausweichlich und geradlinig, davor muss man einige Umwege machen, um näher an den Bach zu kommen. Und jeweils ganz am Anfang, also vom Ursprung abwärts, muss man wirklich improvisieren.

Nichtsdestotrotz sind Abschnitte letzterer Art die schönsten, sie führen einen menschenseelenallein dem kleinen, aber stetig wachsenden Rinnsal durch Wald und Wiesen entlang. Der frühe Herbstmorgen hat dabei nicht nur Gold im Mund, sondern auch Nebeltau im Bart und Raureif am Schuh:

Koordinaten (WGS84)

Wenn ich im Folgenden die Koordianten meiner Wanderung angebe, dann verbunden mit dem dringenden Hinweis, nicht Google Maps als Wanderkarte zu verwenden. Besonders im zweiten Teil der Wanderung ist die Kartierung wirklich oft ungenau bis falsch! Das TomTom-Kartenmaterial habe ich nicht ausprobiert.

Zwei Parkplätze [P] können benutzt werden, um ein Auto abzustellen:

[WE]  048°28.704' N  008°40.473' E
([P]  048°28.557' N  008°41.063' E)
[BE]  048°11.490' N  008°41.065' E
([P]  048°11.733' N  008°41.874' E)
[ZE]  048°14.609' N  008°54.935' E
[ME]  048°13.983' N  008°62.789' E

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