Musikalisches Kollektiv Peter Nalitch

Brautpaar auf Joajos Hochzeitstorte

Heute möchten Joa und Jo etwas publizieren, was man einfach nicht für sich behalten kann: Das Musikalische Kollektiv Peter Nalitch (Музыкальный Коллектив Петра Налича, kurz MKPN – im folgenden ohne kyrillische Schrift), oder international auch: Peter Nalitch & Friends. Mit dem Eurovision Song Contest ist Joa auf diese russische Band aufmerksam geworden, die dort mit der Ballade Lost and forgotten den elften Platz belegt hat.

Peter Nalitch (Foto: Alexander Plushev)
Peter Nalitch (Foto: Alexander Plushev)

Wie bei ungefähr allen Lieder von Peter Nalitch ist die Ironie in Text und Ton nicht zu überhören – was ihn als Grand-Prix-Anwärter auszeichnete (und seinem potentiellen Fussball-WM-2010-Sommer-Hit Chmya eine besondere Note gibt). Doch sind es schlicht die musikalische Qualität der Rhythmen und Melodien sowie die schiere Bandbreite an Stilen und abwechslungsreiche Instrumentation, die seine Musik auf Dauer interessant machen. Joa und Jo hören sie seit Monaten rauf und runter und sind ihrer noch nicht überdrüssig, nein, vielmehr versucht sich Jo je länger je lieber im Nachahmen von Nalitchs operesker Stimme und seinem miesen Englisch. (Ohne die russischen Texte zu verstehen, dürfte für sie dasselbe gelten wie für die meisten englischen: Sie sind wenig gehaltvoll, tragen dafür umso mehr zu den melodischen Phrasen und rhythmischen Akzenten bei. Daher braucht Nalitch häufig gar keine Wörter, es reichen ihm Silben.)

Nalitch ist Sohn eines renommierten russischen Architekten und hat auch selbst Architektur studiert, zog dann jedoch eine musikalische Laufbahn dem Kellerbüro vor. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde er 2007 durch den Videoclip zu seinem Song Guitar (siehe unten), dessen Views auf YouTube explodierten und der zu einem echten Gassenhauer in Russland avancierte. Ob er nun Gesang studiert, ist hier nicht bekannt, jedenfalls beherrscht der junge Mann nicht nur seine Augenbrauen hervorragend, und auch die übrigen Mitglieder der Bande scheinen sich auf ihre Intrumente zu verstehen.

Doch das beste: Alle seine aufgenommenen Alben, Maxis und Singles stellt MKPN im MP3-Format (teilweise samt Artworks und Texten) zum freien Download auf seine Homepage.  Das sind die Live-Auftritte at Sfinks festival und in B1 Maximum (beide 2009), die Alben The joy of simple Melodies (2008) und Jolly Baburi (2010), die Maxis Sea und Lost, Forgotten and Fluffy Blanket (beide 2010) sowie die frühen Home recordings und Sketches (beide 2008), alternative Versionen und diverse Singles, wobei z.B. Look for me in your dream bisher in keiner anderen Kompilation enthalten ist. Auch der Soundtrack zum Film Him, her, his friend and Gavrila (2008) findet sich dort. Gleichzeitig wurden zudem CDs mit den Liedern etwa von Zeitschriften veröffentlicht, allerdings – soweit man hier sehen kann – nicht in Deutschland.

Daneben gibt es von MKPN auch viele Videos, die ihrerseits wiederum Songs in neuen Versionen enthalten – die Band scheint ziemlich viel aufgenommen zu haben. Auch auf ihrem Kanal bei YouTube findet sich z.B. der komplette Mitschnitt des sehr guten Auftritts in B1-Maximum, freilich fehlt auch ein Myspace-Account mit repräsentativen Liedern nicht. Einige weitere Infos und Links finden sich wie immer auf der Wikipedia (de, en).

Möge Nalitch bei seiner freien Musik bleiben, weiter viel produzieren und bald mal wieder nach Deutschland touren. Er hätte hier viel größere Aufmerksamkeit verdient! Dazu für den Anfang fünf Anspieltipps: Sneaky Snake, Look for me in your dream, Gitar, Muzykana und Chmya (Live).

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